Toyota Racing Inside
Janine Flock war zu Gast bei Toyota Racing in Köln und berichtet von faszinierenden Einblicken.
Was haben Skeleton, Para Sport und Motorsport gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht allzu viel. Wer genauer hinschaut, entdeckt jedoch erstaunlich viele Parallelen: Carbon, Aerodynamik, Daten, Präzision und Equipment, das möglichst individuell auf den Menschen abgestimmt wird. Bei einem Besuch bei Toyota Racing in Köln bekam Olympiasiegerin Janine Flock spannende Einblicke in eine andere Welt des Spitzensports – und entdeckte dabei vieles, das ihr aus der eigenen Arbeit am Skeleton bestens vertraut ist.
Gemeinsam mit Tyrone Pillay, Paralympics-Bronzemedaillengewinner im Kugelstoßen von Rio 2016, blickte Janine Flock hinter die Kulissen in Köln. Dabei traf sie auch Kazuki Nakajima. Der dreifache Le-Mans-Sieger gab Einblicke in seine Welt des Motorsports.
Für Flock entwickelte sich der Besuch schnell von einem interessanten Blick über den Tellerrand zu einem echten fachlichen Austausch. Denn sobald es um maximale Performance geht, werden aus drei sehr unterschiedlichen Sportarten plötzlich verwandte Welten.
Wenn jedes Detail zählt
„Das Lässige war, die eigene Sportart einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten“, erzählt Flock. Vor allem die Arbeit mit Materialien und die Herstellung von Komponenten weckten ihr Interesse. „Da steckt einfach so viel Know-how drin. Ich war wirklich begeistert.“
Carbon spielt im Motorsport ebenso eine zentrale Rolle wie bei der Entwicklung ihres Skeletons. Formen, Materialeigenschaften, Fertigung und Aerodynamik – viele Fragestellungen kamen Flock aus der Zusammenarbeit mit ihrem eigenen Team bekannt vor.
Besonders beeindruckte sie deshalb die Art des Austauschs mit den Ingenieuren.
„Die reden da auf Augenhöhe. Die wissen genau: Es geht um Details. Da muss man nicht erst grundsätzlich erklären, warum man sich mit solchen Kleinigkeiten beschäftigt. Die sind sofort in ihrem Element und die Köpfe rauchen.“
Genau diese Denkweise bestimmt auch Flocks Alltag. Geschwindigkeit entsteht im Skeleton nicht durch eine einzelne Komponente. Die Athletin selbst, ihre Position auf dem Schlitten, Rennanzug, Helm, Schale, Kufen und deren Bearbeitung, aber auch Eis, Strecke und äußere Bedingungen greifen ineinander.
„Man denkt: Du legst dich auf den Skeleton und fährst den Eiskanal hinunter. Aber so einfach ist es nicht. Es sind unglaublich viele Komponenten, die am Ende dieses Paket ausmachen“, sagt Flock.
Die Kunst besteht darin, Ideen zunächst zuzulassen, anschließend messbar zu machen und schließlich herauszufiltern, was tatsächlich einen Vorteil bringt. Auch darin erkannte Flock große Parallelen zwischen Motorsport und Skeleton.
Das Equipment muss zum Menschen passen
Eine weitere Perspektive brachte Tyrone Pillay in den Austausch ein. Gerade im Para Sport müssen technische Lösungen noch stärker an die individuellen körperlichen Voraussetzungen eines Athleten angepasst werden.
Für Flock war das ein weiterer Beleg dafür, wie nahe sich vermeintlich völlig unterschiedliche Sportwelten kommen können.
„Das Ziel ist eigentlich immer dasselbe. Im Para Sport ist die individuelle Anpassung teilweise noch intensiver, weil die körperlichen Bedürfnisse noch einmal spezieller sind. Genau diese Fähigkeit, Einzelstücke herzustellen und Dinge wirklich individuell anzupassen, finde ich extrem spannend.“
Ob Para Sport, Skeleton oder Motorsport: Das Sportgerät muss letztlich den Anforderungen des Menschen folgen. Und je höher das Leistungsniveau wird, desto kleiner werden die Details, über die gesprochen wird.
Dass selbst minimale Veränderungen entscheidend sein können, kennt Flock aus ihrer eigenen Entwicklungsarbeit. Im Windkanal wird beispielsweise untersucht, wie sich Position, Schale, Helm oder Rennanzug auf den Luftwiderstand auswirken. Was isoliert betrachtet nach einem winzigen Vorteil aussieht, kann über mehrere Rennläufe den Unterschied ausmachen.
Eine Verbindung, die weit zurückreicht
Der Besuch in Köln war gleichzeitig ein weiteres Kapitel einer Verbindung zu Toyota, die Janine schon lange vor ihrer Karriere als Weltklasseathletin begleitet hat.
„Angefangen hat eigentlich alles mit dem Toyota Land Cruiser meines Papas“, erinnert sie sich. Ihr erstes eigenes Auto war später ein knallroter Toyota Starlet – klein, wendig und vor allem praktisch, weil Flock damit als Erste ihrer damaligen Trainingsgruppe mobil war. Also wurden die Trainingskolleg:innen eingesammelt und gemeinsam zum Training gefahren. Die entsprechende Musikbeschallung inklusive Subwoofer im Kofferraum durfte dabei nicht fehlen.
Aus dieser persönlichen Verbindung entwickelte sich Jahre später eine langfristige Partnerschaft. Flock war Teil der globalen Toyota-Kampagne „Let's move forward together“ vor den Olympischen Winterspielen Beijing 2022, motivierte bei einer sportlichen Challenge Toyota-Mitarbeiter:innen zu mehr Bewegung und vertrat Toyota Austria beim Team Toyota Europe Event in Paris. 2023 war sie beim Launch des Toyota C-HR in London dabei.
Der Termin in Köln eröffnete nun eine neue Facette: Nicht Mobilität oder Kommunikation standen im Mittelpunkt, sondern Technologie, Entwicklung und der Austausch von Menschen, die in unterschiedlichen Bereichen nach demselben suchen – nach einer noch besseren Lösung.
Immer weiterdenken
Auch nach ihrem Olympiasieg ist diese Suche für Flock nicht beendet. Im Gegenteil: Gerade die jahrelange Detailarbeit hat ihr gezeigt, dass vermeintlich kleine Erkenntnisse irgendwann einen entscheidenden Unterschied machen können.
Und genau deshalb nahm sie aus Köln nicht nur Eindrücke aus dem Motorsport mit, sondern auch neue Inputs für ihre eigene Welt.
„Es kann sein, dass aus einer Idee am Ende gar nichts entsteht. Aber man bekommt Inputs und neue Gedanken. Dann muss man reduzieren, testen und schauen: Was funktioniert für uns wirklich?“
Dieser Zugang passt zu einer Partnerschaft, die Janine Flock über viele Stationen ihrer Karriere begleitet hat – und zum Toyota-Leitgedanken „Start Your Impossible“: Grenzen nicht als etwas Fixes zu betrachten, sondern immer wieder herauszufinden, wo sie sich noch ein Stück verschieben lassen.
Ein großes Dankeschön an Toyota Austria, Toyota Racing und insbesondere Cedric, der diesen außergewöhnlichen Austausch möglich gemacht hat.
Und einen Tipp hat Janine nach ihrem Besuch ebenfalls: Wer Motorsport liebt, sollte sich bei einem Besuch in Köln auch das Museum nicht entgehen lassen.
Denn manchmal findet man neue Ideen für den eigenen Sport genau dort, wo man sie zunächst gar nicht gesucht hätte.


