„Es braucht nicht Ellenbogen, um erfolgreich zu sein“
Was haben Spitzensport und Kundenbetreuung gemeinsam? Mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde.
Beim BTV Female Spirit Event in Innsbruck sprach Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock über Mut, Vertrauen, mentale Stärke und die Bedeutung gegenseitiger Unterstützung.
Mit bis zu 130 km/h kopfüber durch den Eiskanal zu rasen, ist für Janine Flock Alltag. Doch was lässt sich aus dieser Extremsituation für das Berufsleben lernen? Dieser Frage ging die Olympiasiegerin am Montag, 12. Oktober, beim BTV Female Spirit Event im BTV Stadtforum Innsbruck nach. Unter dem Motto „Mut & Vertrauen – Was Spitzensport und Kundenbetreuung verbindet“ gab die 37-jährige Tirolerin Einblicke in ihre Erfahrungen aus fast zwei Jahrzehnten Leistungssport.
Mut beginnt außerhalb der Komfortzone
„Mut brauche ich vor allem in der Vorbereitung, also jeden Tag im Training“, erklärte Flock. Für sie bedeute das, bewusst unbequeme Situationen anzunehmen und immer wieder die eigene Komfortzone zu verlassen. So wachse über die Jahre auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Unter Druck setzt die Olympiasiegerin auf Ruhe und Klarheit. „Wenn es außen laut wird, versuche ich, innen so ruhig wie möglich zu werden.“ Entscheidend sei, sich einen Überblick zu verschaffen und anschließend den nächsten Schritt zu setzen.
Dass dieser Umgang mit Herausforderungen nicht selbstverständlich ist, zeigte Flock anhand ihrer eigenen Karriere. Nach dem undankbaren vierten Platz bei den Olympischen Spielen 2018 brauchte sie fast ein Jahr, um die Enttäuschung emotional zu verarbeiten. Auf dem Weg zum Olympiasieg 2026 lernte sie, Rückschläge anzunehmen und nicht alles erzwingen zu wollen.
Vertrauen statt Ellenbogen
Eine weitere Parallele zwischen Spitzensport und Kundenbetreuung sieht Flock in zwischenmenschlichen Beziehungen. „Ich glaube, das ist das ganz Entscheidende, dass man eine Vertrauensbasis schafft. Und das schaffe ich über eine ehrliche Kommunikation vor allem.“
Auch in ihrem eigenen Team setzt sie auf Offenheit, Empathie und gegenseitigen Respekt. Besonders wichtig ist ihr, dass Frauen einander unterstützen und voneinander lernen, anstatt sich ausschließlich als Konkurrentinnen wahrzunehmen.
„Es braucht nicht diese Ellenbogen, um erfolgreich zu sein, sondern es geht auch mit einer Herzlichkeit“, betonte die Olympiasiegerin.
Der sportliche Weg geht weiter
Dass Flock mit ihren Erfahrungen auch abseits der Eisbahn Menschen erreichen kann, zeigte der Austausch mit den Teilnehmerinnen. Fragen zu Selbstvertrauen, Rückschlägen und persönlichen Zielen machten deutlich, wie viele Berührungspunkte zwischen Spitzensport und Berufsleben bestehen.
Für die Olympiasiegerin bleibt der Leistungssport aber weiterhin Mittelpunkt ihres Alltags. Nach dem Interview ging es direkt weiter zum Training. Die nächsten sportlichen Ziele sind bereits gesetzt – darunter die Weltmeisterschaften 2027 in Lillehammer, wo Flock noch einen Titel auf ihrer Erfolgsliste ergänzen möchte.


