„Natürlich will ich gewinnen“
Nach ihrem Trainings-Crash in St. Moritz und dem Auslassen des Weltcupfinales ist Skeleton-Pilotin Janine Flock wieder zurück im Training. Am Rande der ÖOC-Einkleidung in Wien sprach sie über ihr Comeback auf dem Eis, ihre Olympia-Vorbereitung und den besonderen Spirit rund um die Olympischen Winterspiele.
Janine, das ist deine vierte Olympia-Einkleidung nach Sotschi, Pyeongchang und Peking. Wie hast du diesen Tag erlebt?
„Also es ist immer etwas ganz Besonderes und es ist für uns Athleten der Kick-Off für die Olympischen Spiele. Wir freuen uns alle wahnsinnig drauf und es sind richtig coole Teile dabei, also wirklich klasse, vielen Dank an alle Ausstatter und Sponsoren. Ich glaube, das Wetter kann sein wie es will und wir sind immer bestens ausgestattet und freuen uns alle Teile auszuprobieren.“
Wie sehr beflügelt das richtige Olympia-Outfit?
„Ja, schon sehr. Wenn man gemeinsam als Olympic Team Austria in der gleichen Uniform dasteht, hat das schon einen coolen Spirit. Man sieht wieder Kollegen und Kolleginnen, die man schon länger nicht mehr gesehen hat. Man kann sich wieder ein bisschen austauschen. Man spürt, dass sich alle auf diese Spiele in Italien freuen.“
Du bist nach deinem Crash in St. Moritz als Weltcupführende wieder ins Training zurückgekehrt. Wie geht es dir aktuell?
„Mir geht es zum Glück wieder besser. Ich habe medizinisch alles abklären lassen und jetzt einfach Zeit gebraucht, um wieder in den Trainingsalltag zurückzukommen, das ist uns gelungen.“
Wie sah dein Wiedereinstieg konkret aus?
„Mein Teamkollege Samuel Maier und ich haben noch einmal ein Trainingslager mit Team-, Athletiktrainer und unserem Sportpsychologen in Königssee eingelegt. Wir haben dort auf einer vereisten Startanlage an unserer Technik gefeilt. Der Fokus lag bewusst auf Qualität und Gefühl. Wir haben an Armhaltung und Fußposition gearbeitet und den Reaktionsstart für den Mixed Team-Bewerb geübt. Und haben als Team noch einmal unsere Aufgaben für Cortina besprochen."
Du hast aktuell weniger Läufe auf Eis als sonst. Wie gehst du damit um?
„Das ist natürlich ein bisschen ungut, aber ich weiß, dass ich mich zu hundert Prozent auf meine fahrerische Leistung verlassen kann. Da hilft die lange Erfahrung, die ich habe.“
Schon seit Saisonbeginn setzt du stark auf einen angepassten Trainingsplan. Warum?
„Weil ich körperlich generell immer wieder ein bisschen zu kämpfen hatte und kleinere Verletzungen aufkommen.“
Was bedeutet das konkret im Training?
„Ich fahre im Training zwei Läufe, wenn andere drei machen. Ein dritter Lauf nimmt mir zu viel Energie. Ich vertrage das nicht mehr so gut. Ich nehme einen oder zwei Läufe und weiß, ich kann das, was ich mir erarbeitet habe, ins Rennen umsetzen.“
Mit welchem Mindset blickst du auf Cortina?
„Natürlich will ich dort gewinnen. Aber ich nehme auch jede andere Medaillenfarbe gerne. Es ist ein Riesentraum von mir, aber es ist eben kein Wunschkonzert. Deshalb werde ich mich auf meine Stärken konzentrieren, damit ich meine Leistung voll abrufen kann. Ich freue mich vor allem auf die Kulisse vor Ort. Es werden viele Fans aus Tirol an die Bahn kommen, um uns anzufeuern. Alleine das ist schon ein zusätzlicher Kick, eine zusätzliche Motivation. Das möchte ich in vollen Zügen genießen, eine Freude an den Wettbewerben haben. Zum Einzel kommt noch der Mixed Team-Bewerb dazu. Beim Weltcupauftakt in Cortina haben Samuel Maier und ich dort Platz drei geholt. Wir dürfen also mit viel Selbstvertrauen nach Cortina reisen.“


