Von Lillehammer nach Igls

27. Oktober 2026

Nach dem Trainingslager auf der WM-Bahn ist vor den Trainingsfahrten auf der runderneuerten Heimbahn in Igls.

Olympiasiegerin Janine Flock und Samuel Maier haben gemeinsam mit den Bobteams von Katrin Beierl und Markus Treichl ein intensives Trainingslager auf der WM-Bahn in Lillehammer absolviert. Während Maier mit schnellen Trainingszeiten aufhorchen ließ, sammelten Flock und die Bobteams wertvolle Fahrpraxis. Jetzt richtet sich der Fokus auf die frisch homologierte Heimbahn in Innsbruck-Igls, auf der seit zwei Jahren keine Skeletonrennen mehr stattgefunden haben.

Die ersten Eiskilometer der Saison sind absolviert, die Rückmeldungen aus Norwegen fallen positiv aus. Auf der Olympiabahn von Lillehammer, die im Februar 2027 Schauplatz der IBSF-Weltmeisterschaften sein wird, stand für Österreichs Bob- und Skeletonteam zunächst das Wiederfinden von Fahrgefühl, Rhythmus und Fahrlinie im Vordergrund.

„Wichtig war, dass wir ein paar Fahrten hineinbekommen haben. Ich habe mich Schritt für Schritt wieder herangetastet. Es ist gut, wieder am Eis zu sein“, bilanziert Janine Flock. Die Bedingungen waren dabei durchaus wechselhaft: Auf sonnige Trainingstage folgten Regen und ungewöhnlich warme Temperaturen, die für weniger konstante Eisverhältnisse sorgten.

Für die Sportlerin des Jahres 2026 gehört auch das zur Vorbereitung: „Gerade am Anfang ist das nicht so tragisch, weil man dadurch lernt, sich auf unterschiedliche Bahnverhältnisse einzustellen.“

Maier nur drei Zehntel vom Bahnrekord entfernt

Besonders zufrieden zeigte sich Samuel Maier. Der Tiroler fand auf der WM-Bahn schnell seinen Rhythmus, nutzte die Trainingsfahrten für erste Materialtests und konnte sich von Tag zu Tag steigern.

„So einen guten Start in die Saison habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Ich brauche normalerweise immer ein bisschen, bis ich wieder richtig eingefahren bin. Aber die ersten drei Tage waren schon super“, erzählt Maier.

Am letzten Trainingstag fehlten ihm nach eigener Einschätzung in einem Lauf lediglich rund drei Zehntelsekunden auf den Bahnrekord. Auch seine Startleistungen stimmen ihn zuversichtlich.

„Das ist schon sehr vielversprechend. Wir haben außerdem Materialtests machen und dabei ein paar neue Erkenntnisse gewinnen können“, sagt Maier, der die technisch anspruchsvolle Bahn von Lillehammer, auf der er 2025 den EM-Titel geholt hatte, gerade zum Saisonbeginn als ideal bezeichnet.

Auch bei den Bobteams verlief das Einfahren erfreulich. „Wir sind schon viele Läufe gefahren. Markus und ich haben gleich wieder gut hineingefunden und konnten bereits sehr stabile Linien fahren“, berichtet Katrin Beierl. Für die Bobpilotin und ihren Teamkollegen Markus Treichl ging es ebenfalls darum, nach der Sommerpause wieder Sicherheit und Gefühl für die Bahn zu entwickeln.

Wertvolle Erkenntnisse für die WM

Für Janine Flock war der Aufenthalt in Lillehammer auch mit Blick auf die Weltmeisterschaften im Februar wichtig. Das Bahnprofil sagt der Tirolerin zu: „Das Profil ist wirklich sehr gut. Ich glaube, wir werden im Februar eine große Freude haben, dort wieder zu fahren.“

Unterstützung erhielt das Skeletonteam von ÖBSV-Sportwissenschafter Walter Hable, der für zwei Tage vor Ort war und insbesondere an der Startarbeit mitwirkte. Gleichzeitig konnte er sich mit den Gegebenheiten vertraut machen, da er das Team auch bei der WM unterstützen wird.

Physiotherapeut Lukas Reiter begleitete die Trainingswoche und kümmerte sich um die körperliche Betreuung. Gerade die ersten Fahrten nach der Sommerpause verlangen den Athlet:innen einiges ab, wie Flock erklärt: „Wenn das Eis holprig und uneben ist, muss der Körper viel mehr Schläge absorbieren. Da merkt man schon, wie belastend die Fahrten sind.“

Nach zwei Jahren zurück auf die Heimbahn

Nach Lillehammer wartet nun eine besondere Aufgabe: die Rückkehr nach Innsbruck-Igls. Die umgebaute Bahn wurde erfolgreich homologiert und steht dem ÖBSV-Team wieder für intensive Trainingsfahrten zur Verfügung. Seit rund zwei Jahren wurden dort keine Skeletonrennen mehr ausgetragen.

Vor allem die neu gestaltete Passage im unteren Streckenabschnitt wird für die Athlet:innen eine Herausforderung.

„Wir freuen uns jetzt beide auf Igls, dass wir auf der Heimbahn wieder ein paar Fahrten hineinbekommen. Wir haben schon Videos von der neuen Passage gesehen. Jetzt schauen wir uns das selbst an“, sagt Flock.

Maier hat für die kommenden Wochen einen klaren Plan: „Wir müssen wieder eine super Linie finden und den neuen Teil unten gut meistern.“

Neben der Analyse der Erkenntnisse aus Lillehammer stehen also Trainingsfahrten und Rennsimulationen auf dem Programm. Maier möchte vor dem Weltcupauftakt bereits zwei bis drei Proberennen absolvieren, um möglichst gut vorbereitet in die Saison zu gehen.

Die Zeit auf der Heimbahn ist besonders wertvoll, denn gleich zwei Weltcupwochenenden in Innsbruck-Igls stehen im Dezember auf dem Kalender. Zuvor beginnt die internationale Saison Ende November in Altenberg.